Toyotas erstes Elektroauto ist ein Reinfall

bZ4X – der Start des ersten vollelektrischen Toyota ist so verkorkst wie sein Name. bZ soll laut Toyota die Abkürzung für „beyond Zero“ sein, eine Anspielung auf die CO2-Emissionen des vollelektrischen Toyota, die scheinbar „jenseits von Null“ sind. Die 4 spielt auf das ähnliche Modell RAV4 an und das X bescheinigt dem Toyota Allradantrieb. Es steckt also tatsächlich ein Sinn dahinter, der Namensgeber ist nicht auf seiner Tastatur eingeschlafen.

Noch spektakulärer als sein Name sind die Nachrichten, die uns zum bZ4X in den letzten Stunden erreicht haben. Gestern wurde bekannt, dass Toyota sämtliche 2.700 bisher ausgelieferten Fahrzeuge zurückrufen muss, weil die Gefahr besteht, dass die Räder abfallen könnten. Gleiches gilt für den Subaru Solterra, ein baugleiches Schwestermodell unter der Marke Subaru. In Deutschland sind 283 Fahrzeuge betroffen, laut Toyota ist allerdings noch keines dieser Fahrzeuge beim Kunden angelangt.

Toyota bewirbt den bZ4X mit dem Slogan „Vollelektrisch in eine neue Ära“. In dieser wohl nur noch für Toyota komplett neuen, vollelektrischen Ära bieten sie den bZ4X mit kräftigen 160 kW Leistung und einem Akku mit 71 kWh Energieinhalt an. Überraschend gut sind die Garantiebedingungen: Toyota verspricht für den Akku sage und schreibe eine Million Kilometer Laufleistung und zehn Jahre Lebensdauer, ohne dass seine Kapazität unter 70 Prozent abfällt. Davon sind andere Hersteller im wahrsten Sinne des Wortes kilometerweit entfernt. Ob Toyota diese Versprechungen erfüllen kann, wird lange dauern herauszufinden. Ein Versprechen, das sie laut einem ersten Test schonmal nicht erfüllen können, ist die Ladezeit. Toyota gibt 150 kW maximale Ladeleistung an einem DC-Schnelllader an, theoretisch kein schlechter Wert. Praktisch kam der bZ4X in einem Test der Website Motortrend allerdings nicht über 65 kW. Bei 50% gingen nur noch 50 kW in den Akku, bei 70 % keine 30 kW. Die Ladung von 5% auf 80% dauerte so über eine Stunde. Verglichen mit Konkurrenzmodellen wie dem VW ID.4, Tesla Model Y oder Hyundai Ioniq 5 sind das sehr schlechte Werte.

Ob dieser Test repräsentativ für sämtliche bZ4X ist, kann nicht gesagt werden. Die allgemein von Toyota kommunizierten Ladebedingungen lesen sich jedenfalls auch nicht besonders gut: Sobald die Außentemperatur unter 10 Grad Celsius fällt, verringere sich die Ladeleistung stark. Das Laden bei Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes könne gegebenenfalls gar nicht mehr funktionieren. Zudem soll mehrfaches DC-Laden pro Tag ebenfalls zu einer Verringerung der Ladeleistung führen können. Solche Bedingungen sind in heutigen Elektroautos nicht mehr zeitgemäß.

Ob sich der erste vollelektrische Toyota unter diesen Umständen gegen die Konkurrenz durchsetzen kann, ist fraglich. Zwar sticht die hohe Garantie sehr positiv heraus, in der Preisregion um 50.000 €, die der bZ4X kosten soll, gibt es allerdings einige Konkurrenz, die viele Dinge besser macht - zum Beispiel die Radnabenbolzen.

Bild: Toyota

 

Tags: Toyota, Laden
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