Tesla produziert in Deutschland - nicht nur Model Y?

Tesla hat seine erste europäische Fabrik zur Produktion von Elektroautos und Batterien eröffnet. Zur Übergabe der ersten 30 Fahrzeuge erschienen unter anderem Bundeskanzler Scholz und Wirtschaftsminister Habeck.

Nach nur zwei Jahren Bauzeit rollten nun am vergangenen Dienstag in Brandenburg die ersten Tesla Model Y vom Band. Tesla-Chef Elon Musk zeigte sich wie immer gelassen und gut gelaunt, tanzte sogar mit einer Drohne. In seiner Ansprache forderte er die Menschen dazu auf nach vorne zu schauen und an die Zukunft zu glauben. Olaf Scholz äußerte sich ebenfalls sehr zukunftsorientiert: „Die Dinge, die wir jetzt schon können, werden uns in 10, 20 oder 50 Jahren keinen Wohlstand schaffen, sondern nur die Dinge, die wir jetzt neu anfangen. Genau das ist das, was hier geschieht. Die Elektromobilität wird die Mobilität der Zukunft prägen.“

Jährlich will Tesla bis zu 500.000 Fahrzeuge produzieren, zu Beginn ausschließlich das sportliche SUV Model Y. In Zukunft sollen noch weitere Modelle aus der deutschen Gigafactory folgen, welche das sind ist unklar, nahe liegen würde das sehr bauähnliche Model 3. Außerdem sollen neue Farbtöne angeboten werden, - da mittlerweile fast jeder Tesla in der kostenfreien weißen Standardfarbe lackiert ist, sicherlich keine schlechte Idee. Noch im Bau befindet sich der Batteriekomplex der Gigafactory, in dem in Zukunft neuartige Lithium-Ionen-Batterien des Typs 4680 entstehen sollen. Tesla verspricht für diesen Batterietyp bessere Leistungsdaten bei geringeren Kosten. Erstmals in Fahrzeugen landen wird diese Batterie vermutlich in Texas, wo die nächste „Gigafactory“ in den Startlöchern steht.

Wie sind nun die ersten deutschen Teslas? Der Tesla-Sachverständige Ove Kröger hat direkt am nächsten Tag nach der Übergabe der ersten Fahrzeuge ein Model Y begutachtet und kam zu einem positiven Fazit: Die Verarbeitung ist gut, das Fahrwerk deutlich besser als im Model Y aus China. Der Youtuber Nico Pliquett war einer der ersten 30 Teslabesitzer und konnte sich ebenfalls bereits ein Bild des Autos machen, auch er war sehr begeistert. Ganz frei von Mankos war sein Tesla allerdings auch nicht: Seine Türen waren teilweise nicht ganz gerade eingehängt und ließen sich nur mit ordentlich Schwung schließen. Solche Verarbeitungsmängel sind bei Tesla in den letzten Jahren zwar deutlich weniger geworden, hier und da gibt es aber noch immer Unstimmigkeiten. Tesla behebt diese in der Regel auf eigene Kosten nachträglich.

Die Gigafactory Brandenburg ist definitiv ein Gewinn für Deutschland und für die Elektromobilität. Es wird spannend, wie sich Tesla in Zukunft in Deutschland etablieren wird, wo sie nun in der Höhle der deutschen Auto-Löwen sitzen. Bisher sind die Zulassungszahlen phänomenal – mit der deutschen Fabrik kann das durchaus so weitergehen.

Foto: Twitter, Olaf Scholz

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