29.12.25
BYD Dolphin Surf im Store + Charge EV Check
Der Dolphin Surf ist der neueste Budget-Kleinwagen des chinesischen Autoherstellers BYD. Mit Händlerrabatten ist das Elektroauto für unter 20.000 € zu haben. Wie viel Auto bekommt man zu diesem Preis? Wir hatten den Dolphin Surf zwei Wochen lang im Test.
Fazit
Der Firma BYD ist mit dem Dolphin Surf ein sehr erwachsener, elektrischer Kleinwagen gelungen. Insbesondere im noch sehr dünnen Segment der kleinen E-Autos steht der BYD mit einem Preis ab 19.990 €, einer umfangreichen Serienausstattung und einem soliden Fahrwerk sehr gut da.
Sportliches Erscheinungsbild
BYD hat dem Dolphin Surf ein modernes, sportliches Erscheinungsbild verpasst. Die Frontscheinwerfer fallen durch ihre spitze, fast schon bösartige Form auf. LED-Abblendlicht gibt es nur in der Vollausstattung, standardmäßig werden Halogen-Lampen verbaut.
Das Heck ziert ein durchgezogenes LED-Rücklicht und ein markanter Heckspoiler. Insgesamt wirkt der Dolphin Surf sehr europäisch, sportlich und modern.
Interieur mit Überraschungen
Der Innenraum des Dolphin Surf wirkt zunächst unauffällig, auf das wesentlichste reduziert. Das zentrale, 10,1 Zoll große Touchdisplay hat allerdings eine Überraschung parat: Per Knopfdruck legt es eine Drehung um 90 Grad hin, und erlaubt somit einen Wechsel zwischen Vertikal- und Horizontalausrichtung. Insbesondere beim Streamen von YouTube-Videos, was neben weiteren Streamingdiensten über das Infotainmentsystem möglich ist, bietet sich ein Wechsel zur horizontalen Ausrichtung gut an.
Neben einer Auswahl an Apps im BYD-Store gibt es auch eine nahtlose Integration von Apple Carplay und Android Auto im Dolphin Surf.
Darüber hinaus finden sich im Innenraum des BYD neben etwas Hartplastik auch durchaus angenehme, hochwertige Materialien. Insbesondere die Sitze stechen durch einen hochwertigen Kunstlederbezug und eine sportliche Form hervor. Längeres Sitzen wird im Dolphin Surf keinesfalls zur Belastung.
Zur Aufladung des Smartphones gibt es sowohl USB-C als auch USB-A-Anschlüsse, eine induktive Ladeschale spendiert BYD nur in der höchsten Ausstattungslinie.
Technische Details
Der BYD Dolphin Surf kommt in der Ausstattungsvariante „Boost“ mit dem größeren 46 kWh fassenden Akku, nutzbar sind davon 43,2 kWh. In der Einstiegsvariante „Active“ werden nur 30 kWh geboten. Bei allen Akkuvarianten handelt es sich um den „BYD Blade-Akku“ mit LFP-Zellchemie, der zum Teil auch schon in Fahrzeugen konkurrierender Hersteller eingesetzt wurde, wie beispielsweise Tesla.
Als Reichweite gibt BYD für die Modelle mit großem Akku 322 km gemäß WLTP-Zyklus an. Auf unserer Teststrecke erreichen wir dies bei herbstlichen 12 Grad erwartungsgemäß nicht: Bei 90 km/h liegt der Verbrauch bei 157 Wh/km, was einer Reichweite von 275 km entspricht, bei 120 km/h steigt der Verbrauch auf 206 Wh/km, woraus sich 210 km Reichweite errechnen.
Die Leistung des Dolphin Surf beträgt maximal 115 kW / 156 PS bzw. 65 kW / 88 PS in der getesteten Boost-Variante. Geladen werden kann mit bis zu 11 kW an einer AC-Ladestation und 85 kW an einer DC-Schnellladesäule. Prinzipiell sind das gute Werte, leider fällt die Ladeleistung im hohen SOC-Bereich relativ stark ab, sodass von 10 auf 80 % doch mal gute 40 Minuten vergehen können.
Eine Besonderheit im Dolphin Surf ist eine integrierte V2L-Funktion (Vehicle to Load), die auch ohne Aufpreis bereits in der kleinsten Ausstattung mit an Bord ist. Mit bis zu 3,3 kW kann der Dolphin Surf über einen Adapter am CCS-Ladeanschluss externe Geräte versorgen. Einen frischen Kaffee im Grünen oder eine Bratwurst vom elektrischen Grill im Stau – alles ist möglich.
Fahrkomfort auf hohem Niveau
Sehr positiv anzumerken ist das Fahrwerk des Dolphin Surf. Während der klischeehafte europäische Autokäufer für ein gutes Fahrwerk wohl eher zu einem deutschen Hersteller greifen würde, zeigt BYD eindrucksvoll, was sie können. Unebene Strecken machen dem BYD wenig zu schaffen, auch bei schnellerer Fahrt über die Autobahn fühlt man sich sehr sicher. Die Geräuschdämmung hat BYD ebenfalls gut im Griff.
Kleinlauter Fahrassistent
BYD stattet den Dolphin Surf bereits in der kleinsten Variante mit sehr umfangreichen Fahrassistenten aus. Auf der Autobahn entlasteten ein Abstandsregeltempomat und ein Spurhaltesystem den Fahrer.
Die Fahrweise der Assistenten ist in Ordnung, viel mehr ist eine unzureichende Kommunikation des Systems mit dem Fahrer auffallend. Sowohl akustische, als auch visuelle Warnungen sind zu dezent gehalten, sodass der Fahrer diese oftmals nicht mitbekommt. Das führt häufig dazu, dass die Aufforderung zum Bewegen des Lenkrads vom Fahrer übersehen wird, woraufhin sich das komplette Spurhaltesystem und der Tempomat abstellt.